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Literaturnobelpreis fü Mario Vargas Llosa
Mario Vargas Llosa ist diesjähriger Preisträger des Nobelpreises für Literatur. Die Jury entschied sich für ihn wegen seiner "Kartografien von Machtstrukturen und seiner energischen Bilder des individuellen Widerstands, der Rebellion und Niederlage". So ist der peruanische Romanautor und Essayist vor allem stets als politischer Autor aufgetreten und ist damit auch weit über die Grenzen Perus hinaus sehr erfolgreich. (Quelle: Suhrkamp Verlag)
Bücher von Mario Vargas Llosa:
Die Welt des Juan Carlos Onetti
Suhrkamp, gebunden 2009, 24,80 €
Mario Vargas Llosa gehört zu den frühen Lesern Onettis; bereits 1967 hat er emphatisch auf ihn als den "eigentlichen Meister" hingewiesen. Seine lebenslange Faszination hat er in diesem Essay mit der ihm eigenen Klarheit dargelegt, als Gang durch Leben und Werk des großen Autors aus Lateinamerika.
Er schreibt über Onettis Erzählkosmos Santa María, sein Verhältnis zu Roberto Arlt, den Einfluß von Faulkner und Céline, die ambivalenten Bezüge zwischen der Literatur Borges' und Onettis. Vargas Llosa taucht ein in das Werk Onettis und zeigt, auf welch subtile und zugleich kraftvolle Weise dort die parallele Welt dargestellt wird, die die Menschen sich neben dem faktischen Leben schaffen.
Der Geschichtenerzähler
Suhrkamp 1982, Taschenbuch (1992), 9,50 €
Mario Vargas Llosa erschließt in der spannend entfalteten Handlung dieses Romans, der von dem »Geschichtenerz6auml;hler« der Machiguengas und einem verschollenen Studienfreund erzählt, ein brennendes Thema Lateinamerikas: die Kultur der Indios im Amazonasgebiet. Welchen Platz lassen wir dem ganz anderen, wie es sich in der Welt der »Primitiven« zeigt und entzieht, in unserer »modernen« Gesellschaft? Welche Rolle kann der »aufgeklärte« Intellektuelle, der engagierte Schriftsteller in dieser Auseinandersetzung zwischen den Kulturen einnehmen?
Das böse Mädchen
Suhrkamp, gebunden 2006 & Taschenbuch 2007, 24,80 € bzw. 9,90 €
Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten – und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?
Das Fest des Ziegenbocks
Suhrkamp Taschenbuch, 8,90 €
Im eisigen Zentrum von Vargas Llosas Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General Leónidas Trujillo, genannt »Der Ziegenbock«. Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern. Den Verschwörern mit ihrer brennenden Begierde, ihren Demütiger zu beseitigen, den intelligenten Politschranzen und den Opfern gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, daß diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.
Das grüne Haus
Suhrkamp 1976, Taschenbuch, 12,00 €
Der Autor erzählt, wie hochherzige Nonnen Urwaldmädchen einfangen, um sie in ihren Missionsschulen zu christianisieren. Am konkreten Schicksal Bonifacias verdeutlicht er deren »neues« Leben: Dienerin bei den Garnisonsoffizieren, schließlich Prostituierte. Eine zweite Geschichte berichtet von der Ausbeutung der Indianer bei der Kautschukgewinnung, den Repressalien der Regierung bei Auflehnung und Streik. Die permanente Unterdrückung der Eingeborenen durch die Vertreter der herrschenden Gesellschaft ist Thema des dritten Handlungsmotivs. Zwei Episoden ereignen sich in der kleinen Wüstenstadt Piura. Eine grüngestrichene Hütte, das städtische Bordell, ist Zentrum des erzählerischen Kaleidoskops, Schnittpunkt der Schicksale, Zeiten und Realiäten, ein Haus von nahezu mythischer Vergangenheit und Bedeutung.
Das Paradies ist anderswo
Suhrkamp, gebunden 2004 & Taschenbuch 2005, 24,90 € bzw. 12,00 €
Wo ist das Paradies zu finden? In einer Gesellschaft, die durch die Gleichheit aller von Zwist und Unrecht gereinigt wäre? Oder aber in einer Welt vitaler, amoralischer Schönheit? Zwei exemplarische Lebensgeschichten, die sich nie berühren, dennoch eng miteinander verbunden sind, meisterhaft erzählt von einem der großen Romanciers unserer Zeit: Hier die Geschichte Flora Tristans, der bahnbrechenden Frauen- und Arbeiterrechtlerin, die mit ihrem bewegten Leben für die Hoffnung einsteht, die Menschheit von Unrecht und Unterdrückung zu befreien; dort das über die Grenzen jeder Konvention getriebene Leben des Malers Paul Gauguin, der die Entfremdung der Kunst vom Leben durch den Traum von schöpferischer Ursprünglichkeit zu überwinden hofft. Zwei intensiv erfüllte, von persönlichen und zwangsläufig heraufbeschworenen Katastrophen zerrissene Viten, zwei scheiternde und sieghafte Lebensläufe.
Tante Julia und der Kunstschreiber
Suhrkamp 1988, Taschenbuch, 10,00 €
Erzählt wird eine Geschichte aus den fünfziger Jahren: Tante Julia, eine 32jährige und attraktive Bolivianerin, kommt nach ihrer Scheidung nach Lima, um dort einen neuen Ehemann zu finden. Statt dessen verliebt sich ihr 18jähriger Neffe Mario, genannt Varguitas, in sie, ein ambitionsloser Student der Jurisprudenz, der durch einen anspruchslosen Job in einer Radiostation etwas Geld verdient, dabei unentwegt von seinem zukünftigen Leben als Schriftsteller in einem Pariser Dachzimmer träumt. Aus der anfänglichen versteckten Verliebtheit wird allmählich eine große Liebe, dann ein Skandal: der Familienclan versucht, unbedingt eine Ehe zu verhindern. Mario und Tante Julia fliehen und finden nach einer Irrfahrt durch die peruanische Provinz endlich den bestechlichen Bürgermeister, der den Minderjährigen mit seiner vierzehn Jahre älteren Tante traut.
Briefe an einen jungen Schriftsteller - Wie man Romane schreibt
Suhrkamp 2004, Taschenbuch, 7,00 €
Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel verfaßt – Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muß, beschreibt er unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große Romane, wie Madame Bovary, Moby Dick, Don Quijote, führt er als Beispiele an, tut das, was, wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen, zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht: seine Überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft, die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist.
Literarisch Interessierten, Schülern, Studenten, jedem wird die Lektüre dieses Buches eine Tür öffnen zum Geheimnis, das hinter großer Literatur steckt.
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