Buchtipps
Belletristik
Jean-Marie G. Le Clézio,
Revolutionen
Roman.
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: Révolutions
555 S, Gebunden, Kiepenheuer & Witsch, 2008
24,95 Euro
Revolutionen ist Le Clézios persönlichstes Buch
Nizza in den 1950er Jahren. Der fünfzehnjährige Jean Marro besucht oft seine blinde alte Tante Catherine, die ihm Geschichten von der Insel Mauritius erzählt, dem verlorenen Paradies der Marros. Tante Catherine ist für Jean der Schlüssel zu einer lebendigen Vergangenheit, die Verbindung zu dem Bretonen Jean Eudes Marro, der an der Französischen Revolution teilnahm und später nach Mauritius auswanderte. Jeans Gegenwart ist geprägt vom Algerienkrieg, der Frankreich erschüttert. Er flüchtet nach London, um Medizin zu studieren, zieht ruhelos weiter nach Mexiko, wo er 1968 die Niederschlagung des Volksaufstands erlebt. Politische Revolutionen und private Revolten prägen sein Leben.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Ein Ort fernab der Welt
Roman.
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: La quarantaine
567 S, Gebunden, Kiepenheuer & Witsch, 2008
24,95 Euro
Ein poetische Roman in der Tradition Joseph Conrads und R. L. Stevensons
Im Jahr 1891 fahren die Brüder Archambau nach Mauritius in die Heimat der Familie. Auf der Schiffsreise, die über Aden führt, wo der Arzt Jacques den todkranken Dichter Rimbaud behandelt, brechen die Pocken aus. Die Passagiere, Europäer und indische Kulis, dürfen deshalb in Mauritius nicht an Land. Unter den verschiedenen Gruppen brechen bald unerträgliche Spannungen auf. In drei kunstvoll miteinander verwobenen Handlungssträngen, die von der Gegenwart bis weit in die Kolonialzeit reichen, erzählt Le Clezio in wunderbar klarer Sprache die Geschichte der Archambaus. Er entführt den Leser in eine fremde Welt, nimmt ihn mit auf Spurensuche in der Ferne.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Der Goldsucher
Roman
Aus d. Französ. v. Rolf u. Hedda Soellner Originaltitel: Le chercheur d' or
380 S, Gebunden, 15,00 Euro
Was er auf seiner abenteuerlichen Fahrt gesucht hat, findet er in sich selbst
Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean verbringt Alexis, der Ich-Erzähler von Le Clézios Roman, seine Kindheit in einer zauberhaften tropischen Landschaft nicht weit vom Meer. Doch was so paradiesisch schien, bricht jäh zusammen, als der Vater 1892 mit seinen dilettantischen Geschäften Konkurs macht und ein Zyklon das Land verwüstet. Um Unglück und Armut zu überwinden, bricht Alexis 1910 mit einem Segelschoner zu einer phantastischen Reise übers Meer auf. Er will nach alten Plänen und Karten seines Vaters einen sagenhaften Schatz heben, dessen Versteck ihm sein Vater, bevor er starb, noch verraten hat. Doch das Gold, nach dem Alexis immer verzweifelter sucht, bleibt unauffindbar.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Raga - Besuch auf einem unsichtbaren Kontinent
Roman
Aus d. Franz. v. Beate Thill Völker am Wasser Originaltitel: Raga - Approche du continent invisible
121 S, Gebunden, Wunderhorn, 2008
16,80 Euro
Ein literarischer Reisebericht in einem unsichtbaren Traumkontinent
Le Clézios Buch lädt Sie ein, die Kultur Ozeaniens zu entdecken und dabei über Globalisierung, den damit verbundenen Verlust von Menschlichkeit und fremden Kulturen nachzudenken. Ein Kontinent, eher aus Meer als aus Land, von der Tiefe emporschießende Vulkane und Korallenriffe bildeten seine Archipele, und sie waren besiedelt von Menschen, die eine der kühnsten Odysseen aller Zeiten über das Meer gemeistert hatten. Bei seinem Blick auf diesen Kontinent vergisst Le Clezio nicht die historischen Fakten, die aus Sklaverei, Vergewaltigungen. Die Geschichte von RAGA - der Pfingstinsel - wird für ihn zum Symbol.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Wüste
Roman
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: Désert
423 S, Kartoniert, Kiepenheuer & Witsch, 2008
8,95 Euro
Die Schönheit der Wüste Sahara kontrastiert mit der »Wüste« Marseille
Nach dem Tode ihrer Mutter lebt die junge Marokkanerin Lalla in der Obhut einer Tante in den Slums einer Stadt am Meer. Ihre Zeit verbringt Lalla am Strand oder am Rande der Wüste, beobachtet dort Tiere und Pflanzen. Der stumme Hirte Hartani ist ihr Gefährte und Vertrauter. Immer wieder träumt Lalla von den blauen Männern, dem Nomadenvolk der Tuareg, mit deren Geschichten und Legenden sie groß geworden ist. Als die 17jährige mit einem ungeliebten Mann verheiratet werden soll, flieht sie nach Marseille und arbeitet in einem billigen Hotel. Das Elend der nordafrikanischen Einwanderer, die Armut, in der sie leben, die Brutalität der Großstadt machen Lalla immer bewusster, dass sie ein Kind der Wüste ist, nur dort leben kann.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Fliehender Stern
Roman
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: Etoile errante
376 S, Kartoniert, Kiepenheuer & Witsch, 2008
8,95 Euro
Überleben und Sterben in Frankreich 1943
Im Jahr 1943 leben in einem kleinen Dorf in Frankreich Juden, die sich vor den Nazis retten wollen. Das Dorf heißt St.Martin, ist in den französischen Meeralpen gelegen ist und befindet sich nahe an der Grenze zu Italien. Hélène ist 12 Jahre alt und bewohnt mit ihren Eltern eine kleine Wohnung im Untergeschoss eines Hauses mit altem Gemäuer. Der Vater nennt sie Esther. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wandert Esther mit ihrer Mutter nach Palästina aus. Auf dem Weg nach Jerusalem begegnet sie der Palästinenserin Nejma, die mit Landsleuten auf der Flucht in ein Lager ist. Obwohl die beiden jungen Frauen nur kurz zusammen sind, empfinden sie sich als Schwestern; gegen die Kriege, die sie trennen, begehren beide auf.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Fisch aus Gold
Roman
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: Possion d' or
253 S, Kartoniert, Kiepenheuer & Witsch, 2008
8,95 Euro
Faszinierende Geschichte der Entfremdung
Laïla heißt auf Arabisch die Nacht, und die dunklen Seiten der Welt erfährt die junge Afrikanerin ohne Wurzeln und Identität auf ihrer Odyssee durch Frankreich und Amerika. Le Clézio erzählt die bewegende und aktuelle Geschichte Laïlas, einer illegalen Einwanderin. Als kleines Kind wird Laïla, die aus dem Süden Marokkos stammt, geraubt und nach Rabat verkauft. Von ihrer Vergangenheit bleiben ihr nur zwei Ohrringe in der Form einer Mondsichel, dem Zeichen ihres Stammes, den Hilal. Nach dem Tod ihrer ersten "Herrin", die dem Kind eine liebevolle Großmutter war, beginnt Laïlas Flucht, die sie nach Paris führt, wo sie untertaucht und sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Diebstählen durchschlä
Jean-Marie G. Le Clézio,
Onitsha
Roman
Aus d. Französ. v. Uli Wittmann Originaltitel: Onitsha
285 S, Kartoniert, Kiepenheuer & Witsch, 2008
8,95 Euro
Eine nie vergessene Initiation
Seine Kindheit in Afrika, die kleine Stadt Onitsha am Niger, das Tamtam der Trommeln in der Nacht, wilde tropische Gewitter, riesige Termitenhügel in der Savanne, Fahrten mit der Piroge auf dem gewaltigen Strom - Fintan Allen wird das alles nie vergessen. Mit 12 Jahren ist er im Frühjahr 1948 an Bord der »Surabaya« mit seiner Mutter Maou von Frankreich nach Onitsha in Nigeria gekommen. Maou trifft dort ihren Mann Geoffroy wieder, von dem sie durch die Wirren des Krieges getrennt war und von dem sie sich bald entfremdet fühlt. Sie, die von einer afrikanischen Idylle geträumt hatte, erfährt nun die Feindseligkeiten der engstirnigen Kolonialgesellschaft und die vielfältige Brutalität dieses Landes.
Jean-Marie G. Le Clézio,
Der Afrikaner
Roman
Originaltitel: L' Africain
133 S. m. Fotos, Gebunden, Hanser, 2007
14,90 Euro
Großartiges Vaterportrait und wunderbare Liebeserklärung an Afrika
Eine Afrikareise in der Kindheit wurde für Le Clezio zur Initiation. Hier lernte er eine Welt kennen, die ihn mit ihren fremden Lebensformen, den exotischen Gerüchen und Farben in ihren Bann schlug und nie wieder loslassen sollte. Und so erzählt er von der Reise, die ihn 1948 nach Afrika führte und wo er zum ersten Mal seinem Vater begegnete. Einem Tropenarzt, der in Nigeria Lepra und Sumpffieber kurierte, den Kolonialismus hasste, mit einer Piroge das Landesinnere erkundete und Landschaften und Menschen fotografierte. Und er erzählt die Liebesgeschichte seiner Eltern, die in Kamerun, vor seiner Geburt, spielt, als der Traum eines von Krankheit und Fremdherrschaft befreiten Afrika noch realisierbar schien.








